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Doppelswap

Mittwoch, 25. März 2009

Ein Doppelswap ist ein Zinsswap (Tausch-) Geschäft, das eingesetzt wird, um ein bestehendes Festzinsdarlehen zu verbilligen, ohne eine Prämie oder ein Vorfälligkeitsentgelt zahlen zu müssen. Dabei wird die sofort eintretende Zinsersparnis auf die Restlaufzeit des Darlehens verteilt.

Beispiel: Ein Kunde besitzt ein Festzinsdarlehen aus einer Zeit mit Marktzinsen über den heutigen. Er zahlt 5,0 % p.a. auf seine Finanzierung aus dem Jahre 2001. Nach Ende der Zinsbindung im Jahre 2011 (heute: 04/2009) wandelt sich die Verzinsung für die 5-jährige Restlaufzeit in einen variablen Kupon (auf Basis des 3-Monats-Euribors).

Die Bank bietet dem Kunden schon heute an, die Finanzierung bis zum Zinsbindungsende zu verbilligen und für die restliche Darlehenslaufzeit von ca. 7 Jahren (2 Jahre Zinsbindung + 5 Jahre Restlaufzeit) einen Doppelswap mit einem einheitlichen Zahlerfestsatz in Höhe von 3,95 % p.a abzuschließen. (Der aktuelle 7-Jahres-Swapsatz beträgt ca. 3,1 %, der vom Markt angenommene 5-Jahressatz in 2 Jahren liegt bei rund 3,61%.)

Durch Abschluss des Doppelswaps entstehen folgende Effekte für den Kunden:

  • Der Kunde tauscht die Zinszahlungen in das bestehende Darlehen gegen die Zahlung des Doppelswapsatzes ein.
    Doppelswap schema
  • Bis zum Ende der Zinsbindung bedeutet dies:

    Kunde zahlt 3,95 % p. a. (Doppelswapsatz) anstatt bislang 5,0%

  • Nach Ablauf der Zinsbindung (2011) bis Fälligkeit des Darlehens (2016) sieht die Situation wie folgt aus:

    a. Kunde zahlt 3,95 % p. a. (Doppelswapsatz)

    b. Kunde erhält den jeweils aktuellen 3-Monats-Euribor zur Weiterleitung in das (dann) variabel verzinsliche Darlehen

    (Der Einfachheit halber wurde hier eine Marge beim variablen Teil des Darlehens außer Acht gelassen. Diese fällt, sowohl mit als auch ohne Doppelswap, in jedem Falle und unabhängig von der Zinsentwicklung an.)

Vorteile:

  • Der Kunde erreicht prämienneutral eine sofortige Reduktion des aktuell (hohen) Festzinssatzes aus dem „alten“ Darlehen.
  • Bereits heute hat der Kunde Planungssicherheit für die gesamte Restlaufzeit des Darlehens und profitiert sofort von den aktuell niedrigeren Marktzinsen. Er ist gegen höhere Zinsen nach Ablauf der Zinsbindung geschützt.

Nachteil:

  • Keine Chance zur Partizipation an möglicherweise sinkenden (oder niedrig bleibenden) Kapitalmarktzinsen nach dem Zinsbindungsende.

Ist obiges Angebot eines Doppelswapsatzes von 3,95% nun vorteilhaft für den Kunden?

Hierfür hat das sals.a-Team nachfolgende Übersicht erstellt, die diese Frage beantworten hilft.

Beim heutigen Festzinssatz von 5,0% (linke Spalte der Tabelle) und einer Refinanzierung in 2 Jahren (Kopfzeile) ist der Abschluss eines Doppelswaps bis zu einem Satz von 3,95% wirtschaftlich sinnvoll.

Zinssatz der
Ursprungsfinanzierung
Zinsbindungsende oder Refinanzierung in ... Jahren
1Y2Y3Y4Y
3,50%3,15%3,50%3,67%3,74%
3,75%3,20%3,57%3,77%3,86%
4,00%3,24%3,65%3,87%3,98%
4,25%3,29%3,73%3,97%4,10%
4,50%3,33%3,80%4,07%4,22%
4,75%3,37%3,88%4,17%4,34%
5,00%3,42%3,95%4,27%4,46%
5,25%3,46%4,03%4,37%4,58%

Für die Berechnung der Tabelle wurden folgende Annahmen zu Grunde gelegt:

  • Darlehen mit anfänglicher Festzinsphase (Phase 1), danach auf variable Verzinsung umstellend (Phase 2)
  • quartalsweise Zahlungen in Phase 2 (entsprechend 3-Monats-Euribor-Basis);
  • die Laufzeit der 2. Phase des Darlehens beträgt 5 Jahre
  • Valuta (=Starttag) des Doppelswaps: 24.03.2009
  • Zinskonventionen: Phase 1 30/360 Tage, Phase 2 Act/360 Tage

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