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Auswahlmöglichkeit bei der Methode der Terminzins-Interpolation

Sonntag, 6. November 2011

sals.a bietet seinen Nutzern ab sofort die Möglichkeit, zwischen zwei Varianten der Terminzins-Interpolation zu wählen. Hierfür wurde zur bestehenden Methodik eine optimierte Variante für die Interpolation hinzugefügt.

Durch diese alternative Interpolationsmethode werden Termin- bzw. Forwardkurven im Laufzeitbereich bis 10 Jahre feiner geglättet als bisher. Im Langfristbereich zwischen 30 und 50 Jahren für EURO-basierte Kurven (GBP bis 70 Jahre) werden Sprünge zwischen einzelnen Datenpunkten signifikant verringert. Diese Änderungen führen somit zu noch harmonischeren Termin-/Forwardkurven im System.

Hintergrund & Vergleich der Interpolationsmethoden in sals.a:

1) Bisherige Methodik: Lineare Interpolation zwischen Diskontfaktoren

  • Interpolationsmethode: linear
  • Berechnungsschritte für Diskontfaktoren & Terminzinsen im Zahlungsplan:
  1. Standard-Bootstrapping der Diskontkurve aus den ins System eingespeisten Zinssätzen: Depositen/Geldmarktsätze, FRA’s/Futures & Swapsätze und/oder Basisswaps
  2. Errechnung der Diskontfaktoren für konkrete Termine im Zahlungsplan mittels Interpolation
  3. Errechnung der Terminzinssätze aus den einzelnen Diskontfaktoren

Methodik kurzgefasst:

Marktdaten ---> Diskontkurve ---> Diskontfaktoren für Zahlungsplan interpoliert ---> Terminzinsen

Standardeinstellung der Terminzins-Interpolation

2) Optimierte Methodik: Lineare Interpolation zwischen stetigen Kassazinssätzen (Zero Rates)

  • Interpolationsmethode: linear
  • Berechnungsschritte für Diskontfaktoren & Terminzinsen im Zahlungsplan:
  • Standard-Bootstrapping der Diskontkurve aus den ins System eingespeisten Zinssätzen:
  1. Depositen/Geldmarktsätze, FRA’s/Futures & Swapsätze und/oder Basisswaps
  2. Umwandlung der Diskontkurve in eine stetige Zero-Coupon-Kurve
  3. Interpolation der stetigen Zero-Coupon-Sätze für konkrete Termine im Zahlungsplan
  4. Aus stetigen Zero-Coupon-Sätzen werden Diskontfaktoren ermittelt
  5. Diskontfaktoren werden in Terminzinssätze umgerechnet

Methodik kurzgefasst:

Marktdaten ---> Diskontkurve ---> stetige Zero-Coupon-Kurve --->  stetige Zero-Coupon-Sätze für Zahlungsplan interpoliert ---> Diskontfaktoren für Zahlungsplan ---> Terminzinsen

Optimierte Methode der Terminzins-Interpolation für feiner geglättete Terminzinskurven durch zusätzliche Berechnungsschritte und die empfohlene Methode des sals.a-Teams.

Als Standardeinstellung bleibt zunächst für alle Nutzer die bisherige Interpolationsmethode (Nr. 1 oben) aktiv. Die neue Methode können Sie in den Einstellungen für Ihr Nutzerprofil individuell aktivieren (siehe Abbildung).

Interpolation

Hinweise 

Bitte beachten Sie die folgenden Hinweise, wenn Sie eine Änderung der Interpolationsmethode beabsichtigen:

  • Die gewählte Interpolationsmethode wird sich auf alle Zinskurven in allen Währungen in sals.a auswirken.
  • Terminzinssätze, Barwerte sowie Zinszahlungen von variabel verzinslichen Instrumenten können nach der Umstellung von den Werten aus der vorher angewandten Methodik abweichen.
  • Die erneute Berechnung von in der Vergangenheit bereits erstellten Analysen mit Zukunftsbezug (beispielsweise über das Laden von Marktdaten eines historischen Datums) wird bei einer Neuberechnung mit veränderter Methodik Abweichungen hervorrufen.
  • Die unterschiedliche Berechnungsweise betrifft ausschließlich die Ermittlung der Termin- bzw. Forwardzinsen. Es erfolgt keine Änderung der ins System regelmäßig eingespielten Kassakurven bzw. Fixings. Darüber hinaus bleiben auch die bereits in der sals.a-Datenbank befindlichen historischen Marktdaten unverändert. Dies gilt ebenfalls für historische Zinsen, die in Geschäfte importiert wurden, sowie für manuell eingetragene Zinssätze im Zahlungsplan.
  • Die Änderung der Interpolationsmethode wird nach einem erneuten Einloggen wirksam.

„Welche Methodik soll ich anwenden?“

Unsere Empfehlung ist die Verwendung von Methode 2. Grundsätzlich ergeben sich hieraus nur Verbesserungen durch die verfeinerte Kurvenglättung.

Bitte beachten Sie dabei, dass Berechnungen zu einem zurückliegenden Reportingstichtag, die später reproduziert werden sollen, ggf. anders ausfallen können, soweit Terminzinssätze, Barwerte sowie Zinszahlungen für nach diesem Termin liegende Zeiträume betroffen sind (siehe vorangegangene Erläuterungen).

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