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Zinsswaps – Theorie und Praxis

Dienstag, 14. Oktober 2008

Ein Zinsswap ist eine vertragliche Vereinbarung zwischen zwei Partnern (Kunde und Bank), Zinsströme während einer vereinbarten Laufzeit (in der Regel zwischen 3 und 10 Jahren) zu tauschen. Ein Zinsswap wird z.B. abgeschlossen, um sich gegen steigende Kurzfristzinsen aus einer variablen Finanzierung zu schützen. Der Swap führt zu einer festen Kalkulationsbasis über die Laufzeit der Finanzierung.

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  • Basis für einen Zinsswap ist ein Grundgeschäft (oft eine variabel verzinsliche Finanzierung). Der Kunde schließt neben dem Kredit einen Zinsswap mit einem Swap-Partner (meist eine Bank) ab. Bei diesem Swap zahlt er über die Laufzeit einen festen Satz an die Bank, die ihm im Gegenzug z. B. den jeweils aktuellen 6-Monats-Euribor zahlt. Im Falle einer 100%igen Swap-Absicherung wird der Kunde die variable Zahlung in den Kredit „durchreichen“ und durch den fest vereinbarten Satz über eine fixe Kalkulationsgrundlage, verfügen, unabhängig von den Kurzfristzinsen am Markt.
  • Der Einsatz von Zinsswaps in der kommunalen und Unternehmenspraxis ist meistens stark zweckgebunden, entweder für die Absicherung oder Optimierung (Diversifikation) der Grundgeschäfte.
  • Swaps (wie auch anderen Derivaten) hängt gelegentlich der Ruf an, Spekulationscharakter zu haben. Richtig ist, dass man mit Derivaten spekulieren kann, die ursprüngliche Bestimmung jedoch in äußerst effizienten Absicherungsstrategien liegt. Werden Derivate somit sinnvoll angewandt, ergeben sich positive Effekte im Sinne einer Risikovermeidung bzw. ‑verminderung oder einer Optimierung des Finanzportfolios. Erst im Paket mit einem Grundgeschäft wirken sich diese Vorteile aus.

Im Unterschied zum Erwerb eines Wertpapiers oder einer Kreditaufnahme fließt am Abschlusstag des Zinsswaps keine Liquidität. Es ist kein Zertifikat!

Beim Erwerb von Fondsanteilen werden diverse laufende Verwaltungsgebühren, Ausgabe-Aufschläge und sogar Erfolgsbeteiligungen fällig. All dies ist bei den Swaps nicht gegeben. Die Bank verdient mit – keine Frage. Das Entgelt für die Dienstleistung der Bank wird jedoch in die Strukturparameter eingebaut und häufig in den Transaktionsunterlagen als Prozentzahl separat ausgewiesen. Dieser ist insbesondere abhängig von der Laufzeit der Struktur aber auch von der Komplexität.

Zinsswaps

  • Ermöglichen die Trennung der Zinsbindung von der Liquidität.
  • Dienen nicht der Liquiditätsschöpfung
  • Kosten (grundsätzlich) anfänglich kein Geld/ Prämie.
  • Können gleichermaßen auf der Kredit- wie Anlageseite platziert werden.
  • Finden i.d.R. Einsatz für die Absicherung oder Diversifizierung
  • Haben einen laufenden Marktwert - positiv oder
    negativ.

Beobachtungen

  • Zinsswaps haben eine Historie von gut 25 Jahren.
  • Die Anwenderkreise haben enorm zugenommen.
  • Wesentliche Marktentwicklungen:
    • Der Fall der Nominalbeträge für Swaps
    • Zunahme der Einsatzmöglichkeiten
    • Die Verbesserung des Wissensstands bei Kunden
    • Neue Themen wie Rohstoffe und Währungen

Einsatzmöglichkeiten

Beispiel: Anlage-Depot mit stabilen Erträgen

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Diversifizierung = Chancen in verschiedenen Märkten wahrnehmen bei vorab bekanntem Risikoumfang

Beispiel: Variabel verzinste Finanzierung als Grundgeschäft

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Absicherung = Feste Kalkulationsgrundlage für Zinsen

Zusammengefasst

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Das Ziel: Den durchschnittlichen Kreditzins von 5% auf ca. 4% zu reduzieren und/oder den durchschnittlichen Anlageertrag von 3% auf 4% zu erhöhen.

Wie: Abschluss eines oder mehreren Zinsswaps

Vorteil: Liquidität wird bewahrt in allen Marktsituationen bzw. Schuldenstruktur bleibt unverändert.

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Es gibt ein ganzes Spektrum an möglichen Swaplösungen – neben Zinsen auch Koppelungen an Währungen, Rohstoffe, Aktien, Kreditrisiko oder Index-Lösungen, in einer Losgrösse ab 250.000 EURO. All diesen Lösungen ist gemeinsam, dass nicht irgendwann tatsächlich „Schweinebäuche“ geliefert werden. Denn es handelt sich dabei durchgängig um rein monetäre Transaktionen.

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