Drucken

Währungsabsicherung – Option or not-to-Option?

Donnerstag, 4. Juni 2009

Seit September 2008 erleben Exporteure und Importeure auf den globalen Währungsmärkten eine regelrechte Achterbahnfahrt. In unseren älteren Educational Research-Ausgaben haben wir über die Rolle der direkten und indirekten Währungsrisiken berichtet. Indirekte Risiken sind schwer identifizierbare und prognostizierbare Risikokomponenten und entstehen dann, wenn Verschiebungen im Währungsgefüge die Höhe der Auftragslage bzw. den Umsatz beeinflussen.

Zum Beispiel passiert dies, wenn ein deutscher Produzent in Euro fakturiert, sein polnischer Abnehmer jedoch wegen der abgewerteten Inlandswährung Zloty einen Anstieg der Importpreise erlebt und Nachverhandlungen der Lieferverträge anstrebt. Im Monat Mai starten wir mit Hochschulunterstützung eine mehrmonatige Analyse und möchten folgende 3 Fragen beantworten:

  1. Wann lohnt es sich, mit Devisenoptionen abzusichern?
  2. Welche Absicherungsregel passt zu mittelständischen Unternehmen?
  3. Mehr als 6 Währungen im Unternehmen – welche Rolle spielt die Korrelation bei den Absicherungsentscheidungen?

Das sals.a-Team wird die praktische Ausgangslage beschreiben. Die Fakultät für Finanzmathematik unserer Partner-Universität wird danach die methodische und statistische Untersuchung vornehmen. Diese umfasst sowohl Backtestings als auch Simulationsmethoden. Gemeinsam werden wir hier im Educational Research die Ergebnisse mit Praxisbeispielen aus sals.a zur Verfügung stellen.

Darstellung der Ausgangslage: Die hohe Volatilität auf den Wechselkursmärkten macht Optionsprämien relativ teuer. Entschädigt die höhere Prämie für die wahrgenommenen Schwankungen der Devisenkurse? Untersucht werden zwei Handlungsalternativen:

  • Laufende auftragsbezogene Absicherung (monatlich) – grüne Linie
  • Bodensatzabsicherung – ein Kurs für monatliche Tauschvorgänge für ein Laufzeitjahr (1.1.-31.12.) – rote Linie

Auftragsbezogene vs. Bodensatzabsicherung mit Optionen

Auftragsbezogene vs. Bodensatzabsicherung mit Optionen

Auftragsbezogene vs. Bodensatzabsicherung mit Termingeschäften

Auftragsbezogene vs. Bodensatzabsicherung mit Termingeschäften

Durchschnittskurse der unterschiedlichen Absicherungsstrategien  2006 - 2008

Strategie 2006 2007 2008
"Nichts-Tun"1.25121.36511.4543
Strategie 1
Option - Auftragsbezogen
1.24751.36021.4619
Strategie 2
Option - Bodensatz
1.23231.35081.4598
Strategie 1
Forward - Auftragsbezogen
1.24261.35461.4689
Strategie 2
Forward - Bodensatz
1.20901.33441.4718
Nominal   1 000 000   
PositionEmpfange USD
Handelstag10.12.2007
Erster Tausch10.01.2008
Letzter Tausch10.12.2008
Tauschhäufigkeitmonatlich
DatumMenge

Die Schnellauswertung zeigt, dass eine bodensatzorientierte Terminabsicherung in „ruhigen“ Jahren die bessere Sicherungslösung war. In volatilen Zeiten fahren Kunden mit längeren Optionsstrategien relativ zum klassischen Termingeschäft am besten. 

Aufruf an unsere Leser!
Unternehmen oder Banken, die Interesse an diesem Projekt haben, können uns bis zum 20.06.2009 ihre Anregungen, Praxishinweise oder bestehenden Problemstellungen unter service at kfpsalsa.de mitteilen.

KFPD 2007-2011 Alle Rechte vorbehalten  |  Impressum  |  Sicherheit & Datenschutz  |  Haftungsausschluss