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Einführung: Cross-Currency Swap, Teil 2

Montag, 4. Juli 2011

Ein Cross Currency Swap („CCS“, auch „Währungsswap“ oder „Zins- und Währungsswap“) ist ein Instrument für das aktive Zinsmanagement und wird seit den 80er Jahren sowohl von Großunternehmen als auch von deutschen Familienunternehmen angewendet.

Die Anwendungsmöglichkeiten für Cross-Currency-Swaps (CCS) sind vielfältig:

  • Die Kombination von gerade aufgenommenen Fremdwährungsfinanzierungen mit dem CCS ermöglicht die „Absicherung“ der Zahlungen in die Heimatwährung
  • Nach IFRS bilanzierende Unternehmen können Beteiligungs- oder andere Erträge bzw.
    -zahlungen über CCS gegen Kursschwankungen absichern
  • Im Währungsmanagement wird der CCS häufig als Ersatz für langlaufende Devisentermingeschäfte benutzt
  • Eine nachträgliche „Verbilligung“[1] (nicht risikolos!) der Darlehenszinsen der Heimatwährung in das niedrigere Auslandszinsniveau.

Um eine anwendungsorientierte Risiko/Chancen-Analyse durchzuführen, benutzen wir den schon in unserem Dezember-Research vorgestellten CCS:

  • Als Grundgeschäft dient ein Festzinsdarlehen in EUR (4,5 % p.a.) plus
  • Ein CCS, bei dem der Kunde 4,5 % (EUR) empfängt und 3,5 % (CHF) zahlt

Grafik 1: Cross-Currency-Swap in sals.a

CCS_form1.gif

Unter sals.a-Vorlagen -> Beispiel-Portfolio sind die Geschäftsparameter des CCS ebenfalls zu finden.

In der Gesamtschau 1+2 soll eine„Verbilligung“ herbeigeführt werden. Häufig benutzen Banker für diese Struktur den Begriff „synthetisches CHF-Darlehen“.

Grafik 2: Grafische Darstellung von CCS und Darlehen

CCS_schema.png

Die Geschäftsparameter
 Darlehen in EUREUR/CHF cross currency swap
  Empfange (EUR)Zahle (CHF)
Nominal1 000 0001 000 0001 571 300
Valuta17.12.200817.12.200817.12.2008
Fälligkeit17.12.201817.12.201817.12.2018
Häufigkeitjährlichjährlichjährlich
Zins4,50%4,50%3,50%

Gesamtschau: EUR Darlehen plus EUR/CHF-CCS
Periode1.Darlehen in EUR2. EUR/CHF (fixed/fixed) CCS 
Empfange EURZahle
CHF
1+2 umgerechnet
in  CHF
1+2 umgerechnet in EUR*
2009-45 00045 000-54 996-54 996-36 269
2010-45 00045 000-54 996-54 996-36 777
2011-45 00045 000-54 996-54 996-37 278
2012-45 00045 000-54 996-54 996-37 772
2013-45 00045 000-54 996-54 996-38 187
2014-45 00045 000-54 996-54 996-38 658
2015-45 00045 000-54 996-54 996-39 141
2016-45 00045 000-54 996-54 996-39 681
2017-45 00045 000-54 996-54 996-40 236
2018-1 045 0001 045 000-1 626 296-1 626 296-1 206 701

*Anhand von Terminkursen vom 17.12.2008

Vier Wochen nach unserer ersten Einführung in den Cross-Currency-Swap lässt sich feststellen, dass die derivative Struktur isoliert einen negativen Marktwert in Höhe von -75TEUR aufweist. Am stärksten wirkt der EUR/CHF-Kurs (aktuell EUR/CHF=1,5402) wegen des Nominalvolumens auf den Endtausch. Der Marktwert wird anhand der am Bewertungstag gültigen Währungsforwards ermittelt (siehe Grafik 3). Die am 27.01. gültigen Forwards liegen im Durchschnitt unterhalb der Break-Even Grenze und implizieren somit überschlagsweise einen negativen Marktwert.

Eine Cash-Flow-orientierte Break-even-Analyse macht das Währungsrisiko auf einfache Art und Weise sichtbar. Am 17.12. wurde der Swap mit dem Kurs EUR/CHF=1,5713 abgeschlossen. Auf Grund der in CHF zu leistenden, feststehenden Zahlungen in Höhe von rund 55TCHF p.a. wird offensichtlich, dass bei fallendem EUR/CHF-Kurs mehr EUR je CHF aufgebracht werden müssen, um den vereinbarten CHF-Coupon zu bedienen. Aus einem CHF-Zinsvorteil wird hier ein Nachteil, sobald der EUR/CHF-Kassekurs unter EUR/CHF=1,4630 fällt (Grafik 3).

Grafik 3: Einfache Währungsanalyse des Cross-Currency-Swap

CCS_chart2.gif

Grafik 4: Risikokomponentenanalyse

Periode Aktuelle Zahlungen  in EUR EUR Szenarien CHF Szenarien EUR/CHF Szenarien
Zinsen +100 bpsZinsen
-100 bps
Zinsen +100 bpsZinsen
-100 bps
Kurs +10%Kurs
-10%
2009-36 26900003 297-4 030
2010-36 77700003 343-4 086
2011-37 27800003 389-4 142
2012-37 77200003 434-4 197
2013-38 18700003 472-4 243
2014-38 65800003 514-4 295
2015-39 14100003 558-4 349
2016-39 68100003 607-4 409
2017-40 23600003 658-4 471
2018-1 206 7010000109 700-134 078

Eine Risikokomponentenanalyse verdeutlicht die Wirkung des Wechselkurses auf die Zahllast von CCS (Grafik 4). Während der Laufzeit sind sowohl die Zinsen in CHF als auch der Endtausch im – grundsätzlich unbegrenzten – Währungsrisiko. Eine 10%-ige Veränderung des EUR/CHF bringt die dargestellten relativen Veränderungen in Zins und Endtausch mit sich.

  1. Der Begriff "Verbilligung" muss immer mit Vorsicht benutzt werden. In der Gesamtschau bedeutet dieser Begriff nicht „risikolose Zinsreduktion“. Um eine Verbilligung in der Gesamtschau herbeizuführen, wird über derivative Instrumente ein neues Risiko eingegangen. Somit kann die anfänglich temporäre Verbilligung in bestimmten Szenarien in eine deutliche Verteuerung umschlagen. Auf diese Möglichkeit muss im Beratungsgespräch zwischen Banker und Kunde dringend hingewiesen werden.
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